Valentinstag – Der Tag der Liebe und Freundschaft

Die blutige Vergangenheit des Valentinstag - eine etwas kopflose Geschichte


Der Valentinstag - ein missverstandener Feiertag
Der Valentinstag - ein missverstandener Feiertag

„Die Vögel im Himmel versammeln sich an diesem Tage, damit jeder seinen Partner des Herzens findet und zusammen kommt, was zusammen gehört.“– Geoffrey Chaucer.

 

Heute feiern wir weltweit den Tag der Liebe und Freundschaft! Doch für viele ist der Valentinstag ein erfundener Tag des Kommerzes ohne jegliche Symbolik, an welchem einzig und allein der Blumen- und Süßwarenhandel floriert. Dass seine Wurzeln jedoch bis in die Antike zurückreichen, ist vielen eher unbekannt.

 

Seit wann feiern wir den Valentinstag und warum wird er überhaupt so genannt? Was ist der Grundgedanke des Valentinstages? All diese Fragen werden wir heute beantworten.

Lupercalien und die Göttin Juno - der Valentinstag im alten Rom

Ob es eine direkte Verbindung zwischen dem römischen Fest der Fruchtbarkeit, die Lupercalien – das Fest der Wölfin – und dem Valentinstag gibt, lässt sich nicht belegen. Jedoch wurde dieses Fest ebenfalls im Februar, zwischen dem 13. und 15., gefeiert.

Ovid zufolge hing der Ritus der Luperei mit dem Kult der Juno Lucina zusammen. Bei dem Brauch der Luperei gürtelte man sich das Fell eines Bockes um, welcher zuvor geopfert worden war, und jede (Ehe-)Frau, die man auf seinem Weg traf, wurde damit geschlagen, um ihnen so Fruchtbarkeit zu schenken. Auf diesem Wege wurden die Geschlechtsreiferituale zur Menache, der ersten Menstruation von Frauen, abgehalten. Die römische Göttin Juno wurde zu diesem Anlass in Gestalt der Göttin Juno Februata, Göttin der Hochzeit, Ehe, Fruchtbarkeit und Reinigung, am 14. Februar mit Blumen als Opfergaben geehrt. Den Frauen wurden an diesem Tag Blumen geschenkt, Liebesorakel in Tempeln wurden abgehalten und verschiedensten Quellen zufolge wurden damals Pergamentpapiere mit Namen von ledigen Männern und Frauen gezogen und für ein Jahr miteinander verbunden, manchmal entstand daraus eine Ehe.

 

2007 wurde von italienischen Archäologen eine Höhle wiederentdeckt, manche vermuten, dass es sich um die Höhle Lupercal handelt, eine wichtige Kultstätte der Römer, welche am Fuß des Palatins lag, wovon sich auch das Fest der Lupercalien ableitet und in welcher Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt worden sind. Ob es sich wirklich um diese Höhle handelt, konnte bisher nicht verifiziert werden.

Der Valentinstag und sein Namenspatron

Der Valentinstag hat mehrere Namensgeber. Oftmals wird der 14. Februar der Legende des Valentins von Rom zugesprochen, jedoch auch dem Hl. Valentin von Terni. Beide wurden Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus enthauptet und finden auf der Via Flaminia ihre Begräbnis- bzw. Verehrungsstätten, sind im Martyrologium des Hieronymus belegt und werden dem 14. Februar zugewiesen. Vermutlich vermischten sich die Legenden im Laufe der Zeit zu einer.

 

Liebesbriefe  werden oft mit "Dein Valentin" unterzeichnet
Liebesbriefe werden oft mit "Dein Valentin" unterzeichnet

Der Heilige Valentin von Terni ist dafür bekannt, dass er unter anderem den verkrüppelten Sohn eines Gelehrten heilte und als Helfer für die an Epilepsie erkrankte Menschen. Seine Darstellung – ein Erkrankter liegt zu Füßen des Heiligen – wird oftmals mit dem gleichnamigen Apostel Valentin von Rätien, Bischof von Passsau, verwechselt, obwohl diese Legenden nicht zusammengehören.

 

Die Legende des Priesters Valentin aus Rom besagt, dass er trotz Verbot des Kaisers Claudius II. Soldaten christlich verheiratete und den Liebespaaren Blumen aus seinem Garten zur Ehezeremonie schenkte. Damit widersetzte er sich den direkten Befehlen des Kaisers und wurde zum Tode verurteilt. Während seines Gefängnisaufenthaltes soll er sich in die Tochter des Gefängniswärters verliebt und dem Mädchen einen Brief mit „von deinem Valentin“ geschenkt haben.

 

Valentin ist somit Patron der Liebesleute, aber auch der Bienenzüchter und bei Viehseuchen.

 

Ob sich diese Legenden wirklich so ereignet haben, wissen wir nicht, jedoch gehen manche von einer Erfindung des romantischen 18. Jahrhunderts aus und sehen die Entstehung des Brauches im Mittelalter, vor allem zur Zeit des Minnesangs.

Jedoch wissen wir, dass sowohl Valentin aus Rom als auch Valentin aus Terni gelebt haben. Während des Mittelalters wurden heidnische Feiertage und Bräuche zeitgleich mit christlichen Festen gelegt, damit der alte Brauch unter neuem Namen weitergefeiert werden konnte. Somit kann eine Entstehung während der Antike und Adaption während des Mittelalters sehr wohl als wahrscheinlich angenommen werden.

Die Traditionen des Valentinstag und ihr Ursprung

Im mittelalterlichen England war es bereits im 14. Jahrhundert Brauch, sich am Valentinstag mit Blumen und Liebesbriefen zu beschenken. Die damalige Verbreitung des Valentinstags verdanken wir unter anderem dem englischen Schriftsteller und Dichter Geoffrey Chaucer, welcher das Gedicht „The Parliament of Fowls“ am Hofe Richards II. Vortrug.

Ein Gedicht darüber, wie sich die Vögel am Valentinstag unter der Aufsicht der Göttin Natur ihren Partner erwählen und Hochzeit hielten. Der Ursprung unseres bekannten Volksliedes “Vogelhochzeit” ist wohl darauf zurückzuführen. Im 18. Jahrhundert, dem Viktorianischen Zeitalter, waren verzierte Grußkarten, genannt „valentines“, unter Liebenden in Mode gekommen und die Sprache der Blumen florierte wieder, war jedoch schon zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. Tradition.

Neues Aufleben nach dem Zweiten Weltkrieg

Durch die Einwanderung in die nordamerikanischen Kolonialgebiete, vor allem durch die Engländer ab dem 17. Jahrhundert, lebte der Brauch des Valentinstages in den Vereinigten Staaten fort, während er in Europa aufgrund der Weltkriege langsam in Vergessenheit geriet.

 

Jedoch wurde der Valentinstag durch US‑Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkrieges wieder nach Europa gebracht und somit in der ursprünglichen Heimat abermals gefeiert. Gerade nach diesem dunklen Teil unserer Geschichte wurde dieser Tag mit Begeisterung aufgenommen und erlangte vor allem durch Werbung von Floristen und Süßwarenhersteller große Bekanntheit in allen Teilen Europas. Besonders Frankreich, Belgien und England hießen den Valentinstag herzlichst Willkommen, in der deutschsprachigen Gegend setzte sich dieser Brauch nur langsam durch.

 

Jede Form der Liebe ist wichtig, die Liebe zwischen einem Liebespaar, zwischen Eltern und Kindern, in der Freundschaft und die Liebe zum Nächsten. Der Valentinstag ist dafür da, uns daran zu erinnern, wie wichtig es ist, zu lieben und die Liebe nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Wir müssen die Liebe pflegen und ehren, jedoch nicht nur an einem Tag im Jahr, sondern das ganze Jahr hindurch. Durch den Alltag kommt die Liebe manchmal zu kurz. Der Valentinstag soll uns daher die Liebe und ihre Wichtigkeit noch einmal ins Gedächtnis rufen und gibt uns die Chance, unseren Liebsten zu zeigen, wie viel sie uns bedeuten.

 

Wir wünschen euch noch einen Abend voller Liebe und Romantik! 

 

Euer ArchäoNow-Team


Text:

Manuela Supan, BA.

Teil des ArchäoNOW-Teams und Studentin der "Urgeschichte und Historischen Archäologie" 

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