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Tierische Folter und andere Grausamkeiten


Heute haben wir etwas ganz besonderes für euch: Wusstet ihr, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tier zur Folter fähig sind? Bevor wir jedoch zu dieser außergewöhnlichen Foltermethode kommen, werden wir uns zunächst mit den „schweren“ und „stechenden“ Foltermethoden beschäftigen. Wie immer gilt: Lesen auf eigene Gefahr und nichts für schwache Mägen!

Die Folter mit Gewichten

Die Judaswiege

Bei der Folter durch die Judaswiege saß der Angeklagte nackt auf einer Art Stuhl, dessen Sitzfläche einer Pyramide ähnelte. Die Spitze der Pyramide bohrte sich dabei in den After, die Scheide oder das Steißbein des Verdächtigen und führte zu starken Verletzungen und Schmerzen. Je nach Belieben konnte der Folterknecht das Opfer mittels einer Seilwinde anheben und auf die Spitze fallen lassen. Auch konnten an den Füßen des Opfers Gewichte angebracht sein.Die Judaswiege war eine äußerst demütigende Foltermethode, welche zu schweren Verletzungen führte.

 

„peine forte et dure“ („die starke und harte Pein“)

Der Gefolterte wurde auf einen Tisch oder auf den Boden geschnallt und mit Hilfe eines Brettes, das auf seinem Brustkorb platziert wurde, konnten nun nach und nach Gewichte daraufgestellt werden, die ihm buchstäblich den Atem nahmen. War der Gefolterte nicht geständig, so wurden immer mehr Gewichte auf das Brett gelegt, bis der Brustkorb zerbarst.

Foltern durch Schneiden und Stechen

Die Eiserne Jungfrau*
Die Eiserne Jungfrau*

Eiserne Jungfrau

Kein Foltergerät nimmt in der folkloristischen Darstellung von Folter einen größeren Raum ein als die „Eiserne Jungfrau“. Als solche wird ein Kasten aus Eisen mit weiblicher Form bezeichnet, der an der Innenseite mit Stacheln ausgestattet war. Beim Schließen des Kastens bohrten sich die Stacheln tief in den Körper des Opfers.

Legte der Verdächtige kein Geständnis ab, so wurde die „Eiserne Jungfrau“ immer enger geschlossen, sodass die Spieße den Eingesperrten an verschiedenen Körperstellen durchstachen.

Es gibt heute allerdings keine nachweislich unverändert erhaltene "Eiserne Jungfrau" und keine sicheren Hinweise, dass es jemals wirklich eine gegeben hätte.

Gedornte Halskrause oder Halskette

Bei der Folter mit einer gedornten Halskrause handelt es sich um eine mit Stacheln besetzte Halskrause, die um den Hals gelegt und am Nacken verschlossen wird; sie bohrte sich so in das Fleisch des Opfers. Teilweise wurde die Halskrause tagelang angelassen, so dass das Opfer sich nicht hinlegen konnte. Durch langes Tragen war die Haut und das Fleisch im Nackenbereich so aufgescheuert, dass das Opfer der Pein ein Ende machte und gestand. Der Tod trat dann trotzdem häufig durch Wundbrand, Blutvergiftung oder schwere Entzündungen ein.

 

Das Riemenschneiden

Der Folterknecht schnitt beim Riemenschneiden mit einem Messer buchstäblich Riemen aus der Haut heraus. Manchmal schnitt man auch einfach mit Scheren die Haut des Opfers heraus.

 

Gespickter Hase

Der „Gespickte Hase“ ist ein mobiles Folterinstrument. Dabei handelt es sich um eine Walze, die mit unzähligen Eisendornen bespickt ist. Diese wird dem Opfer über Rücken oder Bauch geführt und konnte in Verbindung mit anderen Folterwerkzeugen wie beispielsweise der Streckbank verwendet werden. Die Eisendornen verursachten dabei nicht nur enorme Schmerzen, sondern natürlich auch ernste Verletzungen.

Die Spanische Spinne**
Die Spanische Spinne**

Spanische Spinne

Die Spanische Spinne sieht wie eine Haarklammer aus und bewegt sich auch so. Nur dass die Spitzen aus Eisen waren und nicht ins Haar, sondern unter die Haut geschoben wurden - meist an empfindlichen Stellen, wie Hals- oder Oberschenkelinnenseite. An der Spanischen Spinne konnte ebenfalls ein Seil befestigt werden und so konnte der Angeklagten mit einem Flaschenzug in die Höhe gezogen werden. Nicht selten fiel der Körper herunter oder blieb liegen und die spanische Spinne mit Haut- und Fleischfetzen wurde nach oben gezogen.

Verstümmelungen

Verstümmelungen wurden unter anderem bei Dieben durchgeführt. Dabei konnten verschiedene Körperteile verstümmelt oder abgeschnitten werden. Sehr beliebt war das Abhacken von Händen und Füßen sowie das Abschneiden der Zunge, der Nase oder der Ohren. Auch das Ausbrennen von Augen kann hierunter gezählt werden. Unter Elizabeth I. schrieb das Gesetz verschiede Strafen für Diebe vor; zum Beispiel das Abtrennen eines Ohres beim ersten Vergehen, das zweite beim zweiten und das dritte Mal wurde die Todesstrafe verhängt. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde den Prostituierten die Nase gespalten.

 

Ziehen

Eine weitere Foltermethode ist das Einführen von scharfen Splittern unter den Nägeln. Sie zählt zu den ältesten Foltermethoden. Bei den Bolschewiken kamen statt Holzsplitter Grammofonnadeln bei den Verhören der oppositionellen Truppen zum Einsatz. Das Herausziehen der Finger- und Fußnägel wird als rauere Variante dieser Foltermethode gesehen. Dazu gehört auch das Entfernen der Zähne; diese Foltermethode existiert seit dem Mittelalter.

Foltermethoden mit Tieren 

Der König der Tiere als Foltermethode
Der König der Tiere als Foltermethode

Kämpfe mit wilden Tieren

In römischen Reliefs gibt es Darstellungen, die die Folter durch Tiere zeigt. Unter anderem stellen sie dar, wie ein nackter, unbewaffneter Mann sich vor einem Angriff eines Löwen zu wehren versucht. Dies war nur eines der Tiere, das von den Römern eingesetzt wurde. Es wurden auch Panther, Eber, Wölfe oder Bullen eingesetzt.

Zudem wurden auch immer wieder von verschiedenen Herrschern in den Arenen Spiele mit wilden und exotischen Tieren dem Volk dargeboten; dazu kamen auch Krokodile und Elefanten. Diese Spiele gelangten bis nach Rom, wobei bei der Eröffnung des Kolosseums in 100 Tagen mindestens 9.000 Tiere abgeschlachtet wurden. Wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind, wurde nicht überliefert. 

Die verfluchte Ratte

Neben den vermeidlich gefährlichen und wilden Tieren wie Löwen, Bären und Wölfen können auch Ratten als wirkungsvolles Folterinstrument eingesetzt werden. Allein nur der Gedanke an dieses Nagetier löst beim Menschen Ekel und Grauen aus;  wir verbinden dieses Tier oft mit Krankheit und Tod. Die Ratten wurden in einen Käfig gesperrt und dem Opfer auf den Bauch gestellt und der Käfig angezündet. Durch den Fluchtinstinkt, der bei dem Tier ausgelöst wurde, wurde das Opfer bei lebendigem Leib von den Ratten angefressen. 

 

Die Ziege

Die Ziege als Foltermethode klingt im ersten Moment harmlos, ist sie aber nicht. Das Opfer wurde eingespannt, sodass es sich nicht mehr bewegen konnte und seine Füße wurden mir Salz eingerieben. Es ist bekannt, dass Ziegen eine raue Zunge haben - angezogen vom Salz, leckten die Ziegen die Füße, aus dem anfänglichen Kitzeln wurde ein starkes Brennen. Durch immer wieder neues Aufbringen des Salzes auf den Fußsohlen wurde das Brennen verstärkt. Die Prozedur wurde so lange wiederholt, bis der Angeklagte geständig war.

 

Ameisen, Insekten und andere Quälgeister

Ein einzelnes Insekt wirkt zwar im Vergleich zu einem Wolf harmlos, doch treten diese in Massen auf, können zum Beispiel Insektenstiche eine reine Folter sein. In Angola wurden die Körper der Gefangenen mit einem Gemisch aus Honig und Wasser bestrichen und mussten sich auf einen Ameisenhügel setzen. Wohl ein wenig damit vergleichbar, wenn man bei der Gartenarbeit unabsichtlich in ein Ameisennest sticht... Das Verwenden von Zuckerlösungen war sehr weit verbreitet, um die kleinen Quälgeister anzulocken.

 

Hoffentlich waren auch heute wieder neue Foltermethoden für euch dabei und wir konnten dem einen oder anderen eine Gänsehaut bescheren! 


*Bildrechte "Eiserne Jungfrau: https://grundkurs-online.de/wp-content/uploads/2016/01/Collage-Eiserne-Jungfrau.jpg

**Bildrechte "Spanische Spinne": https://de.wikisource.org/wiki/Die_Anwendung_der_gebräuchlichsten_Folter-_und_Strafwerkzeuge#/media/File:Die_Gartenlaube_(1864)_b_604_5.jpg 


Text:

Barbara Siemer

Studentin der "Urgeschichte und Historischen Archäologie"

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