Im Drachenfeuer geschmiedet


Zugegeben, die großen Schätze mit Gold und Edelsteinen finden Archäologen eher selten. Die häufigsten Funde bei einer Ausgrabung sind eben meist Scherben und Knochen. Aber es kommt doch immer wieder vor, dass man zumindest ein kleines Schmuckstück ans Tageslicht bringt. 

 

Seit die Menschen Metall verwenden, ist daraus immer auch Schmuck hergestellt worden. Gold, Silber, aber auch nicht so edle Metalle wie Kupfer, Bronze und Eisen wurden bereits vor Jahrtausenden verwendet, um aufwendige und schön verzierte Dinge herzustellen. Da aber im Laufe der Zeit viel Wissen über die Techniken der Metallbearbeitung verloren gegangen ist, stellen sich Archäologen immer wieder die Frage, wie genau diese Objekte eigentlich gefertigt wurden. Antworten kann dabei die sogenannte „Experimentelle Archäologie“ liefern. Bei diesem Spezialgebiet der Archäologie wird versucht, durch praktische Experimente die Herstellung der Schmuckstücke in früheren Zeiten zu erforschen.

Die Kunst des Emaillierens

Fotocredit: Thomas Atzmüller
Fotocredit: Thomas Atzmüller

Auch bei diesem Workshop steht das Experimentieren mit einer besonderen und sehr alten Technik der Metallveredelung im Mittelpunkt: das Emaillieren. Nachdem zunächst geklärt wird, was Email eigentlich ist und was daraus früher gemacht wurde, geht’s weiter mit dem Design eines eigenen Schmuckstückes.

 

Dabei gibt es bei der Auswahl von Form, Farbe oder Muster eigentlich keine Einschränkung.

Fotocredit: Thomas Atzmüller
Fotocredit: Thomas Atzmüller

Nachdem die Auswahl getroffen worden ist, nimmt das Schmuckstück Gestalt an: ein Kupferplättchen wird sorgfältig vorbereitet, geschliffen und dann mit dem Emailpulver bestreut. 

Beim ersten Brand lässt sich beobachten, wie sich das Email in der Hitze verändert und bei ca. 900 Grad mit dem Metall verschmilzt. 

Nach der Abkühlung kommt der zweite Schritt. Mittels Schablone kann ein Muster in einer anderen Farbe aufgetragen oder mit einer eigenen Zeichnung das Schmuckstück verziert werden.

Nach dem zweiten Brand wird das Meisterwerk noch aufpoliert und ist dann fertig, entweder um es selbst zu tragen, oder als Geschenk.

Aber was hat das ganze jetzt eigentlich mit Drachen zu tun? Naja, bei dem Workshop kann man nicht nur schöne Anhänger, sondern auch funkelnde Drachenschuppen machen. Und die Flamme zum Emaillieren ist vermutlich so heiß wie echtes Drachenfeuer.

 

Übrigens, Spuren von Drachen haben Archäologen bisher noch nicht gefunden, aber was nicht ist kann ja noch werden…

 

Seit ihr bereit unter die Feuerbändiger zu gehen?

 

Wir freuen uns auf euch!

 

Euer Thomas Atzmüller

Mag. Thomas Atzmüller (Archäologe)
Mag. Thomas Atzmüller (Archäologe)

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