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Was die Tiere zu Weihnachten machen


Heute stellen wir euch zwei weihnachtliche Tiergeschichten vor. Ein Weihnachten ohne Tiere ist kaum vorstellbar, alleine in der Krippe finden wir den Esel, den Ochsen, die Schafe der Hirten und viele mehr. Seit je her wurden die Tiere in die Weihnachtstradition miteinbezogen, früher war dies aufgrund der vermehrten Landwirtschaft noch präsenter als heute.

Die Weihnachtsfabel der Tiere

Einst stritten die Wildtiere darum, was wohl das Wichtigste zu Weihnachten sei. Für den Fuchs war klar, dass das nur der Gänsebraten sein könne. Der Schneehase beharrte auf den Schnee und träumte von weißen Weihnachten. Das Reh konnte sich ein Weihnachtsfest ohne Tannenbaum nicht vorstellen. Die alte Eure wiederum wollte nicht zu viele Kerzen, für sie war die gemütliche und schummrige Stimmung das Wichtigste. Dem Auerhahn war sein neues Kleid am Wichtigsten – ohne ein neues Kleid wäre es für ihn kein Weihnachten. Die listige Elster erwähnte natürlich den Schmuck und zählte einige Kostbarkeiten auf, die sie immer an Weihnachten geschenkt bekam.

 

Der alte Bär war als Süßmaul bekannt, daher durften der Christstollen und die Kekse nicht fehlen, sonst könne er Weihnachten verschlafen. Für die Singdrossel war die Weihnachtsmusik das wichtigste, ein stilles Fest kam für sie nicht in Frage. Der Dachs wollte zu Weihnachten nur schlafen, endlich lange ausschlafen. Der Ochse korrigierte ihn und meinte, zuerst saufen, dann schlafen. Doch plötzlich bekam er vom Esel einen Tritt und wurde gescholten – ob denn keiner an das Kind denken würde.

Beschämt senkten sie die Köpfe und gaben dem Esel recht, das Wichtigste zu Weihnachten sei ja das Kind. Der Esel aber fragte sich, ob dies denn auch die Menschen noch wüssten?

 

Fabeln dienen ja dazu, uns zu belehren und uns das Wichtigste vor Augen zu halten – auch hier spiegeln die Tiere uns Menschen wider und zeigen, dass unsere Gedanken zu Weihnachten um vieles Kreisen, aber der Hauptgedanke manchmal verloren geht. Darauf sollten wir uns wieder zurückbesinnen!

In der Heiligen Nacht reden die Tiere

Nach der Christmette war es früher oft Brauch, den Stall noch aufzusuchen und die Tiere mit Äpfeln, Brot und Nüssen zu versorgen. Beim Füttern wurde mit den Tieren – und auch Bäumen – vertraut gesprochen und manchmal erhielt man sogar Antworten – so erzählt man sich zumindest. Auch heutzutage wird an manchen Orten der Stall besucht und zum Beispiel mit Weihrauch beräuchert sowie die Tiere mit Weihwasser besprengt.

 

Es wird sich erzählt, dass die Tiere zu Heiligabend in der Menschensprache sprechen können, je nach Region unterscheiden sich die Geschichten. Diese Annahme besteht seit dem 6. Jahrhundert und beruht darauf, dass die Tiere im Stall zu Bethlehem das Christuskind besuchten und ihm Geschenke brachten, mit ihm sprachen und die Botschaft des Friedens in die Welt bringen, jedoch wird diese nur von den Menschen verstanden, die dafür offen sind. Einige Legenden besagen, dass die Tiere am Heiligen Abend sprechen, um die Geburt Christi zu verkünden. Mancherorts heißt es wiederum, dass das Zuhören verboten sei und derjenige, der doch lauscht, vom eigenen Tod erfährt oder eine „Watschn“ spürt und auf der Stelle tot umfällt.

 

Eine tierische Unterhaltung wäre wohl für jeden Menschen sehr interessant, aber ob man dafür wirklich sein eigenes Leben aufs Spiel setzen möchte?


Text:

Manuela Supan, BA.

Teil des ArchäoNOW-Teams und Studentin der "Urgeschichte und Historischen Archäologie" 

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