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Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum


Ein Weihnachten ohne Christbaum ist für die meisten von uns wohl fast nicht vorstellbar! Aber woher kommt eigentlich der Brauch und was hat der Weihnachtsbaum überhaupt mit dem Weihnachtsfest zu tun? Natürlich – ein geschmückter Christbaum schaut wunderschön aus, aber wozu stressen wir uns vor Heiligabend damit ab, den Baum festlich zu schmücken? 

Wir haben dafür ein bisschen in der Vergangenheit gestöbert – und finden uns beim Heiligen Nikolaus und dem Krampus wieder. Vielleicht könnt ihr euch noch an die Lebensrute erinnern, die der Krampus bei sich hat, und deren Fruchtbarkeitssymbol? Nun, hier setzen wir an...

Tannenzweige als Fruchtbarkeitssymbol?

In den naturverbundenen Religionen waren immergrüne Pflanzen ein Symbol für Fruchtbarkeit und wurden bereits zum Julfest, welches um den 21.12. herum gefeiert wird, in Form von Fichten- oder Tannenzweigen verwendet, z.B. um böse Geister und den Winter zu vertreiben – ähnlich wie beim Krampus mit dem Lebenszweig. Dieser immergrüne Schmuck, der das neue Leben – und somit den kommenden Frühling – andeuten sollte, ist der Ausgang des alten Lebensbaumes und zugleich der Beginn zu einem neuen Symbol dieses heiligen Tages – dem Weihnachts- bzw. Christbaum.

 

Bereits im 15. Jahrhundert wurde das Haus mit immergrünen Reisig geschmückt, meist von Nadelbäumen, aber auch mit Misteln und Wacholder, entweder am Zaun, an der Tür oder in der sogenannte Herrgottsecke eines Zimmers. In Niederösterreich gab es das sogenannte Niklohäuserl und in der Steiermark wurde der sogenannte „Graßbam“ (Fichten- oder Tannenbaum) aufgestellt, damals jedoch noch schmucklos. In Bayern gab es den Klausenbaum und in der Schweiz den Samichlaus.

 

Der erste Christbaum

Die ersten Christbäume wurden Anfang des 17. Jahrhunderts mit Äpfeln und Lichtern behangen. Warum gerade Äpfel? Nun, der Apfel ist ebenfalls ein Symbol der Fruchtbarkeit. Die Krippe hat sich im Laufe der Zeit zum Christbaum dazugesellt und wurde mit sogenannten Krippeläpfeln verziert, nachweisbar ab Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals brachte noch der Heilige Nikolaus den Weihnachtsbaum, in Wien bereits um 1780 nachweisbar, behangen mit kandierten Zuckerln und Kerzen! Der sich entwickelnde Lichter- und Gabenbaum verbreitete sich zuerst – wie so oft – in den höheren Schichten (Adel, Kaufleute und Patrizier), erst um 1840 wurde er vom Bürgertum angenommen und fand großen Gefallen aufgrund seiner gewinnbringenden Symbolik für Licht und Fruchtbarkeit. 

 

Sogar die Toten wurden in die Feierlichkeiten miteinbezogen, indem auf den Gräbern immergrüne Zweige gelegt wurden, bereits im Jahre 1846 für Wien nachweisbar.

 

Langsam wurde der Christbaum das Zentrum des Weihnachtsabends, um den sich die ganze Familie versammelte und sich gegenseitig beschenkte. So gestaltete er sich – natürlich auch durch die Industrialisierung – immer mehr zu seiner heutigen Form, um dem Geschenke- und Schmuckbedürfnis der Gesellschaft zu gefallen.

 

Wir von ArchäoNOW würden gerne wissen, wie ihr euren Weihnachtsbaum schmückt – mit Lametta, Glaskugeln – bunt oder einfarbig – oder gar mit Bauernschmuck aus Stroh, und wird euer Baum mit Schokolade und Zuckerln behängt? 


Text:

Manuela Supan, BA.

Teil des ArchäoNOW-Teams und Studentin der "Urgeschichte und Historischen Archäologie" 


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